Wieviel Gewinn bleibt vom Umsatz?

Diese Frage stellen sich normalerweise nur Unternehmer, Controller oder ausgebildete Betriebswirte. Die Formel zur Berechnung des Gewinns lautet:

Gewinn = Umsatz (Einnahmen) – Kosten (Ausgaben)

Ohne die genauen Geschäftszahlen zu kennen ist es aber unmöglich die Frage zu beantworten. 

Dabei wäre die richtige Antwort auf genau diese Frage für die meisten Freiberufler und Freelancer, die soloselbständig auf Honorarbasis arbeiten, die erhoffte Erlösung – sozusagen der heilige Gral – für ihre meist prekäre finanzielle Situation.

Und Covid-19 hätte nicht so viele Existenzen an den Rand des Ruins gebracht.

Aber hier trifft der Teufel regelrecht auf Weihwasser: Für kreative Dienstleister und Künstler sind Finanzberater, Banken, Buchhaltung, Steuererklärungen und Preisverhandlungen der blanke Horror. Und der „Businesscoach“ bleibt nach wie vor der erklärte Erzfeind eines jeden Kreativen. Zahlenkünstler sind eben keine echten Künstler, die gestalterisch arbeiten und dafür angemessen bezahlt werden wollen. Dabei könnten beide Seiten voneinander so viel lernen und auch gemeinsam voneinander profitieren:

In diesem Artikel erfährst Du:

Wie viel vom Umsatz sollte Gewinn sein?

Für Soloselbständige bedeutet das nichts anderes als: „Wie viel muss ich jedes Jahr verdienen, damit ich langfristig ein monatliches Netto von z.B. 2500 € im Vergleich zu einer Festanstellung habe?“ 

Wenn Dich das interessiert, dann gib Dein monatliches Wunsch-Netto einfach in meinen Tagessatz- und Stundensatz-Rechner für Freiberufler ein und Du erhältst einen erste grobe Einschätzung, wo Du Deinen Stundensatz oder Deinen Tagessatz ansetzen musst:

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Oder nutze die praktische Kalkulationsapp für unterwegs falls überaschend ein Kunde anruft und es mal schnell gehen muss:

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Da Dein Umsatz und Deine Betriebsausgaben in der Regel variabel sind und direkt mit Deinem persönlichen Erfolg als Freelancer zusammenhängen, übersetze ich Dir die im ersten Moment furchtbar kompliziert wirkenden Fragen so, dass sie plötzlich überhaupt nicht mehr abschreckend und grauenvoll sind:

Was ist netto bei Selbständigen?

Was ist Netto bei Selbständigen?

Als das „Netto“ bei Selbständigen wird in der Betriebswirtschaft die Rechnungssumme abzgl. der Umsatzsteuer bezeichnet. Aber das hilft Dir herzlich wenig, wenn Du wissen willst, wie viel individuelles Netto Du am Ende des Monats zum Leben hast. Denn das Netto aus Sicht einer Festanstellung ist einfach etwas grundlegend anderes als das Netto in der BWL-Sprache. Sobald Du das verstanden hast, wird klar, dass Du als Soloselbständige/r ohne Mitarbeiter und Büromiete, hohen Betriebsausgaben und Investitionen einfach nur die Fragen umformulieren musst und schon wird es verständlich: 

Wie viel möchte ich jeden Monat zum Leben übrig haben? Oder anders formuliert: Was ist das Nettoeinkommen eines Selbstständigen? (Immer im Vergleich zu einem Nettogehalt einer Festanstellung!) Sobald Du weißt wie viel Du monatlich für dein tägliches Überleben brauchst, kannst Du ausgehend von Deinem Bedarf rückrechnen, wie hoch Dein persönlicher Stundensatz (oder Dein Tagessatz) sein muss, damit Du neben Deinen Lebenshaltungskosten zusätzlich noch genug Geld verdienst, um dich sozial abzusichern, ausreichend Geld für das Alter zur Seite zu legen, in neue Technik und Know-How zu investieren, Steuern zu zahlen und genug Rücklagen anzusparen – damit Du gegen unerwartete Krisen und Arbeitsflauten wie z.B. durch die Corona-Pandemie oder andere plötzlich auftretende Ereignisse gewappnet bist. Leider widmen viele Freiberufler diesen Bereichen bei ihrer Preiskalkulation nicht die nötige Aufmerksamkeit, sondern machen den Fehler ausschließlich ihre Lebenshaltungskosten zur Berechnung ihrer Honorare heranzuziehen ziehen. Desweiteren schätzen sie ihre tatsächliche verkaufbare Arbeitszeit falsch ein und übersehen somit, dass der zum Überleben notwendige Cashflow über die Jahre schleichend sinkt und es gefühlt immer schwieriger wird, mit der gleichen Anzahl an Aufträgen jeden Monat sein Leben zu finanzieren.

Und dann passiert das, was spätestens durch unerwartete Ereignisse wie Covid-19 passieren muss: Das Geschäftsmodell war nicht krisenfest, die Preiskalkulation war geschönt und die Pleite ist vorprogrammiert.

Was kann man als Freelancer verlangen?

Was kann man als Freelancer verlangen?

Ok, soweit so gut. Sobald Du weißt, was Du nehmen musst (damit die Frage nach Deinem „persönlichen Netto“ ausreichend beantwortet ist) stellt sich unweigerlich die Frage: „Aber was mache ich, wenn diese Preise in meiner Branche schon lange nicht mehr bezahlt werden? Wenn ich zu teuer bin bekomme ich keine Aufträge.“ Leider haben sich viele Freiberufler in den letzten Jahren mehr mit der Frage „Wie bekomme ich mehr (schlechtbezahlte) Aufträge?“ beschäftigt als mit der Frage was sie wert sind bzw. was sie mindestens verlangen müssen, damit sie auch längere Durststrecken (wie z.B. einen mehrmonatigen Lockdown) überstehen ohne ihre Selbständigkeit danach aufgeben zu müssen.

Wie viel Stundenlohn als Selbständiger?

Wie viel Stundenlohn als Selbständiger?

Wieviel Gewinn Dir als Freelancer, Freiberufler oder Soloselbständige von Deinem Umsatz bleibt, hängt von mehreren Faktoren ab: Zum einen von Deiner Auslastung und zum anderen von Deinen Ausgaben. Am meisten hängt es jedoch von Deinen Preisen ab, die Du Deinen Kunden berechnen kannst – also Deinen Stundensätzen und Tagessätzen (wenn Du auf diese Art fakturierst). Das allgemeine Marktgeschehen spielt in den meisten Fällen überraschenderweise gar keine so große Rolle wie viele immer meinen. Viel wichtiger ist Dein Verhandlungsgeschick, Deine Positionierung und natürlich Du (sprich Deine Persönlichkeit und Dein Auftreten). Sonst wäre es nicht zu erklären, dass bei den üblichen Sätzen „Warum bist Du doppelt so teuer wie die Anderen?“, „So viel haben wir noch nie bezahlt!“ und vielen ähnlichen aus dem Bullshitbingo trotzdem immer wieder Einzelne dabei sind, die entgegen aller Logik mit ihren Preisen weit über dem Marktniveau liegen und dennoch voll ausgebucht sind.

In den meisten Branchen – und auch von der Politik – wird heutzutage ein Stundensatz für freiberufliche Selbständige von ca. 85 € netto als angemessen betrachtet. Das Bundessozialgericht hat im März 2017 (Aktenzeichen Az. B 12 R 7/15 R) erstmals bei einem Verdacht auf Scheinselbständigkeit den vereinbarten Stundensatz von unter 41,50 € netto auf die Fähigkeit zur selbständigen Eigenvorsorge geprüft. Das Gericht stellte zurecht die Frage, ob unter normalen Umständen und branchenüblicher Auslastung eine vollumfängliche soziale Eigenabsicherung bei Selbständigen unter einem Stundensatz von 41,50 € netto grundsätzlich möglich sei. Wenn Du aktuell in einer Branche arbeitest, in der niedrigere Stundensätze „marktüblich“ sind, dann solltest Du lieber eine Festanstellung mit einem festem Monatsgehalt anstreben, als Dich selbständig zu machen. Wenn Du Dir unsicher bist, wie viel Du genau verlangen solltest, dann führt leider kein Weg daran vorbei, es für Dich und Deine Situation individuell auszurechnen. 

Wie berechnet man den Stundensatz?

Wie berechnet man den Stundensatz?

Deinen persönlichen „internen Stundensatz“ zu berechnen ist einfacher als Du denkst. Es gibt zwar unendlich viele Excellisten, Stundensatzkalkulatoren und Tagessatz-Rechner im Netz und alle spucken innerhalb kürzester Zeit ein völlig anderes Ergebnis aus je nachdem welche Formeln hinterlegt sind und welche Posten bei der Berechnung berücksichtigt werden. Allerdings zeigt die Erfahrung der letzten Jahre, dass es bei weitem nicht ausreicht, einfach ein Online-Tool zu befüllen ohne die entsprechenden Vorarbeiten gemacht zu haben.

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Einfach einen Stundensatz von irgendwoher kopieren oder den eines Kollegen vom Hörensagen einfach zu übernehmen, und beim nächsten Kunden zu verlangen ohne die eigene Lebenssituation und Deine Lebensplanung ausführlich gegengeprüft zu haben, ist entweder in ein paar Jahren das Aus für Deine komplette Selbständigkeit – oder der sichere Weg in die Altersarmut und die Privatinsolvenz. Was für den einen finanziell noch funktioniert, kann für den anderen schnell den finanziellen Tod bedeuten. Lebensmodelle unterscheiden sich wie wir Menschen auf der ganzen Welt – und sie verändern sich im Laufe eines Lebens unter Umständen mehrfach (spätestens wenn eine Familie gegründet wird oder Schicksalsschläge und plötzlich auftretende Krankheiten einen zum Umdenken zwingen). Daher ist das Wissen um die Grundlagen der Preiskalkulation, der Verhandlungstechniken und der strategischen Marktpositionierung das unverzichtbare Fundament für Deine erfolgreiche Selbständigkeit. Früher, heute und auch in den kommenden Jahren. 

Wenn Du dabei Hilfe benötigst, dann nehme ich Dich gerne an der Hand und führe Dich in meinem steuerlich und juristisch geprüften Onlinetraining durch alle wichtigen Schritte, die Du wissen und beachten musst, wenn Du selbständig auf Rechnung bzw. Honorarbasis arbeitest. Ich setze mich mit Dir hin, wir bearbeiten 34 einfache Aufgaben und besprechen im Anschluß in einem persönlichen Videomeeting Deine Ergebnisse. Gemeinsam stellen wir einen Plan auf, der auf Dich und Deine Situation abgestimmt ist und den Du auch gut umsetzen kannst. So stellen wir Deine Selbständigkeit auf ein solides Fundament, das sich jeweils auf Deine zukünftige Lebenssituation anpasst. Keinen Stress mehr mit der Steuer, kein lästiges Drücken mehr im Preis durch Deine Kunden und mehr Zeit und Freiheit für Dich, Deine Familie und Dein Leben. 

Was verdient man als Selbständiger?

Soll ich mich selbständig machen oder nicht? Lohnt sich das überhaupt? Was verdient man denn so als Freelancer oder Freiberufler? 

Ganz ehrlich: Du verdienst als Selbständige/r immer nur das, was Du verhandelst. Ich weiß, das ist jetzt nicht die Antwort, die Du gerne gehört hättest, aber als Selbständiger musst Du Dir darüber klar werden, wie viel Geld Du für Deine Zukunft brauchst und was Dein persönlicher Wert auf dem Markt ist. Zudem gibt es keine Garantie, dass Du jeden Monat gleich viel (oder überhaupt) Geld verdienst – oder Du genauso viel verdienst wie Dein Kollege, der den gleichen Job macht. Ebenso wenig hast Du eine Garantie ob Du morgen von Deinen Kunden noch gebucht wirst, während Dein/e Kollege/Kollegin weiterarbeitet oder vielleicht schon seit Wochen keine Aufträge mehr hat.

Ich weiß, Du möchtest von mir keine Erklärungen, sondern einfach nur eine konkrete Zahl, ein simples Rezept auf Knopfdruck wie bei einem Online-Tool. Aber wenn Du den Text bis hier gelesen hast, dann dürfte Dir jetzt klar sein, dass der Verdienst von jedem Selbständigen von seinem fachlichen Können, seiner Fähigkeit sich zu verkaufen, seinem Arbeitseinsatz, seinem Kundenkreis, von wirtschaftlichen Trends und Entwicklungen, seiner Flexibilität auf Krisen zu reagieren, seiner angebotenen Dienstleistung, seinem kaufmännischen Wissen, und natürlich auch von einer großen Portion Glück und seiner Persönlichkeit abhängt.

Lust mehr zu erfahren, was es wirklich bedeutet selbständig zu sein? Dann schau Dir dieses Video auf meinem Youtube Kanal an: Soll ich mich selbständig machen oder nicht?

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